Wir verlassen Kopenhagen um 8:30 Uhr bei noch bedecktem Himmel und 3 Bft aber es sollen 4 werden und der Himmel auch noch etwas aufreißen, was dann auch ca 1,5 Stunden später geschieht, nur das der Wind erstmal nachlässt und wir daher abwechselnd unter Motor mal unter Segeln unser Glück versuchen.Unser heutiges Ziel Trelleburg ist gerade mal 40 nm entfernt (nautische Meilen 1 nm = 1,852 km) und daher können wir es entspannt angehen.12:00 Uhr. Kleiner Patzer, Trelleborg ist mehr Fährhafen als für Yachten die dort nur in Ausnahmefällen anlegen dürfen. Die Tatsache vorher nicht genau nachgelesen zu haben ist, glauben wir kein zu rechtfertigender Ausnahmefall zu sein,  daher beschließen wir entweder nachBornholm weiter zu segeln, was für die Windrichtung für die kommenden Tage praktisch wäre aber eine Nachtfahrt bedeuten würde.  Da wir ab unserer jetzigen Position noch  ca. 80 weitere nm segeln müssten und einen Ankunftszeitpunkt, Segler nennen das ETA (estimated time of arrival), gegen 4 Uhr morgens bedeuten würde sowie den Nachteil der Kreuzung einer Verkehrstrennungszone (TTS für traffic separationen scheme) um ca. 2 Uhr zur Folge hätte, zogen wir als Zielhafen Alternativ Ysted mit weiteren 50 nm vor. 

Wir entschließen uns zunächst Ysted anzusteuern und dann ggf. Richtung Süden nach Bornholm weiter zu fahren.14:00 Uhr es kommt Wind auf, so das wir gute Fahrt machen, das ist gut aber der Wind kommt genau daher, wohin wir wollen und die Sicht wird deutlich schlechter. Wir fahren nun mit Radarsicht, gut das wir sowas an Bord haben.Für die Nichtsegler. Gegen den Wind kann man nicht segeln. Daher segelt man in einen Zick-Zack (man kreuzt gegen den Wind) was aber ganz grob gesagt eine Verdoppelung der Strecke bedeutet. Um 19:45 Uhr ist die Entscheidung gefallen. Die Sicht beträgt seit 3 Stunden geschätzt maximal 200 m. Wir gucken uns die Augen aus dem Kopf. Und es sind noch ca. 40 nm zu fahren. Bedeutet ca. weitere 6 Stunden im Blindflug. Wir würden bei solch einem Wetter niemals freiwillig los aber wenn es so kommt muss man durch. Bei so wenig Sicht ist ein Radar zwar schön aber man sieht damit auch nicht alles. Man sieht zum Beispiel Regenwolken oder Wellen und Land und Boote mit einem guten Radarreflektor aber kleine Fischerboote oder manche Tonnen weniger gut. Ist ein bisschen mit einem Ultraschallbild zu vergleichen. Als Leihe sieht man da nicht so viel. Weiterhin gibt es AIS mit dem man ja auch unsere Position verfolgen kann aber das sieht man auch nur wenn das einer sendet und nicht jede Yacht hat so etwas. Fischerboote wollen oftmals nicht ihre Position ihrer Fanggründe verraten und senden daher nur selten, gleiches hat man auch schon mal bei Marineschiffen.
Um 22:30 Uhr legt sich Carla in die Koje, sie hat den Eindruck sie verpasst hier nix. Um 23:30 kreuze ich näher Richtung Land und habe wieder Sicht und kann Lichter in ca. 4 km Entfernung erkennen, das ist gut dann können wir später die Hafeneinfahrt besser erkennen, aber wir müssen noch etwas durchhalten und eine halbe Stunde später sieht man auch schon wieder nichts mehr.Ich wecke Carla gegen 1:00 Uhr dann hat sie Zeit sich wieder warm anzuziehen und zu sich zu kommen, bevor wir den Motor anmachen und die Segel bergen. Wir schleichen mit minimaler Sicht Richtung Hafeneinfahrt bzw. deren Zufahrtstonnen, die blöderweise keine Radarreflektoren haben und daher unsichtbar zu sein scheinen aber unser Kartenplotter hilft uns die Einfahrt zu finden. Im letzten Augenblick entdeckt Carla auch die erste Tonne. 

Hafeneinfahrt ca. 2:00 Uhr bei Nebel.
Nach dem Anlegen sind wir froh das geschafft zu haben und es gibt ein Schlummerbier und um 3:00 Uhr ist Licht aus und Ruhe im Schiff.
Am nächsten Morgen wollen wir weiter aber die Sicht hat sich den ganzen Tag nicht gebessert und an ein Auslaufen ist nicht zu denken.

Unser Zwangsaufenthalt in Ystad wird durch einen wunderbaren Schiffszubehörladen versüßt. Ich hatte davon bereits gelesen, das dieser Laden etwas besonderes ist und war dennoch hell auf begeistert, als ich ihn aufgesucht habe. Hier wird Ausrüstung wie in einem völlig überfüllten Lager feil geboten und nicht nur, das dort Neuware angeboten wird sondern in den unzähligen Schubladen, die wie in einer alte Apotheke aussehen, gibt es fast alles auch gebraucht und in allen Größen. Ebenfalls antikes Schiffszubehör und Ausrüstung. Eigentlich lohnt sich Ystad für Bekloppte wie mich eigentlich schon deswegen. Ich habe lediglich Seekarten kaufen dürfen ;-(

Ystad Skeppshandel AB

Erst am darauf folgenden Tag geht es weiter.

Die Sicht macht ein Auslaufen morgens um 7:30 Uhr möglich aber das Wetter verspricht nichts, was es nicht auch halten kann. Ordentlicher Wind aus einer für uns günstigen Richtung aber mäßige Temperaturen (11 Grad) und später auch Regen.

Wir müssen uns aber für die Querung der Hanöbucht in eine günstige Ausgangsposition bringen und das ist für uns Simrishamn.

Der Wetterbericht hat nichts von Nebel gesagt aber auch der kommt an Vormittag und so wieder Hafeneinfahrt bei Nebel unter Radar und vorsichtiges hereintasten

Hafeneinfahrt bei Nebel

Hurra wir können wieder sehen…
Trotz ordentlichem Wind hat sich der Nebel massiv gehalten und auch tagsüber hatte man den Eindruck das die Nebelschicht über einem gerade mal 20 m dick ist aber die Sonne war zu schwach. Das haben wir auch noch nicht erlebt, aber irgend wann ist immer das erste mal.

Simrishamn ohne Nebel