Der Götakanal steht vermutlich bei jedem Ostseesegler auf der ToDo Liste den man einmal in seinem Leben durchfahren haben muss.

Man durchquert Schweden etwas südlich von Stockholm und kommt in Göteburg wieder raus, was nicht ganz stimmt….denn man durchfährt auch verschiedene Seen und eigentlich endet der Götakanal im See Vänern und von dort fährt man den Trollhätte Kanal nach Göteburg. Der Götakanal ist insgesamt 190 km lang und 87 km davon wurden in 22 Jahren von 58.000 Soldaten VON HAND GEGRABEN.

Das war 1810 bis 1832, klingt lange aber wir bekommen einen Flughafen mit den modernsten Maschinen vermutlich nicht so schnell fertig gestellt.

Insgesamt müssen dabei 58 Schleusen und 50 Brücken passiert werden und 5 Seen durchfahren werden (also nur der Götakanal, der Trollhätte nicht mitgerechnet).

Die maximale Höhe ist 92m über dem Meeresspiegel.

Die Höchstmaße für Boote ist 30m lang, 7m breit, 2,82m Tiefgang und maximal 22m hoch. Darauf sind auch die Kreuzfahrtboote DIANA, JUNO, WILHELM THAM, LINDÖN, WASA LEJON aus dem letzten Jahrhundert usw. ausgelegt.

Beachtlich wie diese Boote manövriert werden müssen, da die Brückendurchfahrten vielleicht 7,5m breit sind und in den Schleusen auch nur diese Breiten existieren und in der Länge gerade noch 10 – 20 cm vorne Luft ist zum Drempel. So nennt man den Absatz in einer Schleuse. Und die Schleusentore kratzen hinten an den Booten vorbei.

Offensichtlich war ich in Erdkunde gerade krank, als über europäische Seen gesprochen wurde und jedem den das gleiche Schicksal ereilt hatte – damals – hier mal ein Bild, nachdem Carla mich mal fragte, als der Name Väner gefallen war und der See als groß beschrieben wurde, ob er den größer als der Bodensee sei. Ich meinte nur „nee kann ja nicht, dann hätte man davon ja schon mal was gehört“.

Hier noch ein paar ein paar Impressionen

Auch wir erleben nicht nur schöne sondern auch heiße Tage und die Wassertemperatur steigt auf 22,5 Grad Celsius. Das treibt auch Carla ins Wasser.

Aber abends kühlt es sich immer sehr ab, so das wir die Tagesschau über’s Internet ansehen oder einfach nur so im Cockpit „sitzen“ und quatschen.

Ja wir haben uns noch was zu erzählen.

Wir erreichen Motala und das Wetter wird sehr stürmisch so das wir anderen beim Schleusen zusehen oder in Museen gehen.

Als uns der Wind dann wieder hold ist fahren wir auf den Vättersee bei eigentlich machbaren 5 Bft aber es ist so eine hässliche Welle, das wir sogar ein Steckschott in unseren Niedergang stecken weil ich befürchte, das und eine Welle ins Cockpit einsteigt und das Deck ist fast ständig 5 cm hoch überflutet.

Der Dank für unseren Mut wird mit einem fantastischen Liegeplatz im Burggraben direkt vor dem Schloss In Vadstena belohnt.

Da der Wind wieder zunehmen soll und damit die Wellen weiterhin unangenehm sind bleiben wir hier und beschließen am nächsten Tag wandern zu gehen.

Geplant war eigentlich mit dem Boot nach Süden zu fahren und den Omberg von dort aus zu erwandern, aber auf Grund des Wetters lassen wir das. Der Plan war nun mit einem Taxi sich dort hin fahren zu lassen und eine Strecke zu laufen und sich dann wieder abholen zu lassen. Davon hatte ich Hajo und Cathi erzählt die sich uns anschließen wollten wogegen nichts sprach.

Für den nächsten morgen hatten wir uns für 7:30 Uhr für die Taxibestellung und für 9:40 Uhr für die Abfahrt verabredet. Das mit dem Taxi hat nach einer Stunde telefonieren leider überhaupt nicht geklappt. Warum das würde jetzt zu lange dauern. Geht jedenfalls nicht. Planänderung. Wir versuchen Fahrräder zu mieten und die läppischen 20 km fahren wir dann damit, wandern und fahren zurück.

Wenn wir noch schwimmen gegangen wären wäre es ein Triathlon geworden.

Beim Hafenmeister nachgefragt und Adresse für den Verleih bekommen. Ich hin und 4 Fahrräder reserviert. Als wir endlich loskommen ist es bereits gegen 11 und wir beschränken uns ausschließlich auf’s Radfahren und streichen das Wandern.

Aber auch das ist sehr ambitioniert. Da war ja noch der Wind und der Fahrradweg entpuppte sich größtenteils als Kiesweg.

Als ich nach ca 12 km auch noch im Hinterreifen einen Platten hatte wurde es langsam sportlich. Wir hatten gerade ein paar Häuser passiert und fragten den netten Hausbesitzer mit seinen 3 Rottweilern, ob er uns eine Schüssel mit Wasser geben könnte, was er auch tat. Hajo hatte glücklicherweise Flickzeug und Werkzeug dabei.

Anmerkung. Ich ab jetzt auch.

Er sagte „wenn man es dabei hat passiert nix“ und er hatte recht. Ihm ist nix passiert – nur mir. Loch gefunden und geflickt aber Reifen verliert immer noch Luft. Kardinalsfehler. Wir also alles noch mal runter und es war noch ein Loch drin🤨🤦‍♂️

Endlich ging es nassgeschwitzt weiter – Gegenwind, Kiesweg, jetzt aber Berg hoch, Frau krank (Erkältung) und unterzuckert /hungrig.

Ganz explosive Mischung.

Wir erreichten dann doch noch unser Ziel den Oxberg – den keiner kennt 😁👍

Auf dem Rückweg entdecken wir noch eine ganz kleine Fischräucherei und die Damen hatten schon beschlossen heute gemeinsam zu Abend zu essen. So wird ein Riesenseibling gekauft und wir alle sind wieder motiviert.

Auf den letzten 12 km kann von uns keiner mehr schmerzfrei auf seinem Drahtesel sitzen und wir sind froh, als wir die Fahrräder pünktlich um 18:00 Uhr abgeben können. Uns allen tut der Popo mächtig weh.

Das Abendessen ist hervorragend. Wir essen drinnen, nicht weil das Wetter schlecht ist aber der Tisch ist einfach größer.

Der Seibling ist hervorragen und es gibt Zwiebelsalat (Große Frühlingszwiebeln kleingehackt mit Essig, Öl, Honig) und Kartoffeln mit gerapptem Merrettich. Ganz lecker. Den Matjes hat keiner angerührt.

Das war ein ganz toller Tag. Danke an der Stelle an Cathi und Hajo.

Unsere Wege trennen sich nun leider am folgenden Tag, da wir etwas schneller sind aber vielleicht sieht man sich ja auf den Vänern wieder?