Den See Vättern queren wir bei herrlichem Wetter und haben dabei, wenn auch kreuzend (gegen den Wind fahrend), endlich mal wieder die Gelegenheit zu segeln, und es macht richtig Spaß.

Unser eigentliches Ziel, Karlsborg auf der anderen Seite des Sees, verwerfen wir beim Passieren und entschließen uns doch weiter zu fahren.

Wir durchqueren wieder kleinere Seen. Die nun folgenden Kanalabschnitte sind die schmalsten der ganzen Strecke und eine ganz bestimmte Schleuse steht uns auch noch bevor.

Hier sind die Schleusenwände nur teilweise aus gehauenen Granitsteinen, sondern bestehen aus Felswänden mit ekeligen Hohlräumen, in denen selbst unsere großen Kugelfender einfach verschwinden und den Rumpf nicht vor der Wand schützen können.

Der Kanal ist so schmal, das die Kreuzfahrtschiffe wie z.B. die JUNO um die Kurven mit Leinen manövriert werden müssen und eine Begegnung mit anderen Booten unmöglich ist, daher werden vor der Einfahrt in diese Bereiche Schallsignale gegeben.

Im See Viken ist segeln leider nicht möglich, da er an vielen Stellen von im Wasser befindlichen Natursteinmauern zur Kennzeichnung des Fahrwassers geprägt ist.

So erreichen wir abends einen schönen Anleger in Lyrestad,

die vor unserem Boot eine Hollywoodschaukel installiert haben. Da schmeckt das Anlegebier hervorragend.

Am nächsten Tag geht es ähnlich weiter und wir passieren Schwedens kleinste Fähre.

Am frühen Nachmittag müssen wir noch mal ein paar Schleusen abarbeiten bevor wir vor unserer letzten Schleuse in Sjötorp ankommen.

Auch hier haben wir einen wunderschönes Plätzchen gefunden. Das Wetter ist auch herrlich und wir treffen andere Crews die wir auf der Strecke schon mehrmals getroffen hatten. Jeder hat das Gefühl „Schade, das es jetzt schon zu Ende ist“ und so bleiben wir alle einfach einen weiteren Tag vor der letzten Schleuse liegen

Abends wird noch mit den hinzugekommenen Cathi und Hajo gegessen und später sitzen wir in ganz großer Runde zum gemeinsamen Sundowner.

Jetzt aber, die letzte Schleuse des Götakanals.

Und die Crew 7041 meldet sich ab

Fazit : es war wunderschön und das sollte man mal gemacht haben. Es ist für eine kleine Crew die eingespielt ist überhaupt kein Problem das zu zweit zu machen. Wir haben dafür entspannte 14 Tage gebraucht und die Zeit sollte man dafür auch einkalkulieren. Unserer Ehe hat keinen Schaden genommen und der „Scheidungskanal“ wie er auch genannt wird ist seinem Namen für uns und ganz vielen anderen auch nicht gerecht geworden. Wir haben nur von einem Päärchen mitbekommen, wo sie sagte „Götakanal – nie wieder“

Lag aber mehr an ihrem Mann, der das Boot nicht beherrschte und ihr das nicht richtig erklärte und sie für seine Fehler verantwortlich machte. So was gibts auch bei Seglern.

Auf dem Vänernsee ist unser erster Stop eine kleine Insel namens Djurö mit einer wunderschönen Bucht und einem kleinen Steg. Als wir eintreffen ist der Steg aber komplett zu aber wir haben gelernt, das man dann mit dem Bug und ner Menge Fender einfach ca. 30 m vorher den Heckanker wirft und dann einfach zwischen die Hecks zweier Boote fährt und sich dort fest macht. Will man an Land muss man über deren Boote klettern. Sieht witzig aus, wenn wie bei uns, vorne kleinere Boote am Steg fest gemacht sind und wir mit unserem Kahn hinten raus gucken. Sieht man leider auf dem Bild nicht so doll.

Wir erkunden anschließend noch etwas die Insel und sammeln Blaubeeren für das Frühstück. Am Leuchtturm angekommen entdecken wir noch einen Elch??? Der den Komposthaufen auf Reste hin untersucht.

Könnte aber auch Dammwild gewesen sein. Als wir später bei uns an Bord noch einen Absacker genießen schaut doch tatsächlich noch ein Dammwild vorbei.

Die Natur ist hier in Schweden wirklich unglaublich schön und die langen Abende genießen wir ebenfalls in vollen Zügen.

Da wir in dem „Päckchen“ als letztes liegen sollten wir auch wieder als erstes ablegen. Alle sind entspannt und so geht es am folgenden Tag etwas südlich bei gutem Segelwettet und kurzer Distanz (20 nm) nach Läckö zu einem Schloss. Etwas spannend ist die Zufahrt, da die nur mit 2 m Tiefe angegeben ist und das exakt unserem Tiefgang entspricht. Alles geht gut und wir haben wieder einen schönen Liegeplatz ergattert. Für alle die es interessiert, Hafenliegegebühren für diesen Platz 12 € ohne Strom aber Wasser und WC und Duschen frei.

Ein Wickingerboot kommt auch noch vorbei. Wir relaxen den Nachmittag auf dem Boot und spazieren abends noch in den knapp 3 km entfernten Ort, um dort essen zu gehen.

Der Ort mit dem kleinen Fischerhafen ist ganz nett aber das Restaurant unserer Wahl ist leider ausgebucht und unsere Alternative ist so lala.

Essengehen in Schweden ist so eine Sache. Meistens nicht so gut und dafür teuer oder eben gleich unglaublich teuer. Daher essen wir meistens an Bord und das, Dank Carla, auch immer sehr gut.

Auch unser Gasgrill am Heckkorb kommt gelegentlich zum Einsatz.

Auch in diesem Hafen kommen später Hajo und Cathi noch an, doch am folgenden Tag trennen sich unsere Wege, da die beiden noch in einen westlich gelegenen Kanal wollen, der sehr schön zu sein scheint. Wir entschließen und jedoch morgen durch die Schären zu fahren und Kurs auf den Trollhättan zu nehmen.

Diese Schären sind ein wahrhaftes Labyrinth und auf Fotos leider überhaupt nicht wieder zu geben.

Die Fahrwasser sind trotz der großen Wasserflächen so eng, das man keinem Boot entgegen kommen darf, und bei den Bojen muss man hell wach bleiben, da man ständig die Richtung wechselt. So war es so, das wir aus ca. 300 m Entfernung eine grüne Tonne in der Mitte sahen und rechts und links davon je eine rote Tonne und es war sehr schwer zu erkennen, welche der Tonnen die uns am nächsten gelegene war.