Marstrand verlassen wir bei zunächst noch schwachen Winden aber zum segeln reicht es gerade. Nächstes Ziel ist Fiskebäckskil ca 25 nm Richtung Norden. Da die Windrichtung günstig ist wühle ich aus unserm Boot aus der tiefsten Ecke den Gennaker (ist meistens ein riesiges buntes Segel mit dem man die Segelfläche schlagartig fast verdoppelt) raus und setze ihn.
Jetzt kommt Schwung in die Bude und mein Seglerherz schlägt höher.
Als später noch das Großsegel dazu gesetzt wird rauschen wir nur so dahin. Es ist toll zwischen den Schären so dahin zu gleiten. Der Wind nimmt auf 4 Bft. zu und das Fahrwasser wird auch wieder schmaler, so dass wir beschließen den Gennaker zu bergen. Leichter gesagt als getan. Beim bergen verdrehen sich Bergeschlauch, Bergeleine und Segel und wir bekommen die Blase nicht runter. Gut das wir noch etwas Platz haben und so bergen wir das Segel über eine Schot und stopfen alles erst mal in den Segelsack. Das muss sehr schnell gehen denn die Gefahr besteht entweder darin, dass das Segel ins Wasser kommt und sich dann dort möglicherweise mit Wasser füllt und reißt, weil es aus einem ähnlichen Material wie Fallschirme besteht, oder beim herunterholen füllt es sich wieder mit Luft und zieht dabei mühelos einen Segler über Bord.
Nun, wir haben das Segel geborgen und uns und dem Segel ist nichts passiert, nur eine Schot ist uns bei der Aktion über Bord gegangen und unbemerkt achtern ausgerauscht.
Wir erreichen das nette Örtchen kurz nach 17 Uhr und es wird jetzt erst mal zu Abend gegessen. Anschließend machen wir uns noch auf den Ort zu erkunden.
Auch besuchen wir noch den Friedhof und es ist auffällig, das hier in Schweden die Gräber offensichtlich nicht nach 30 Jahren rückgebaut werden, und so stoßen wir auf Gräber von 1834 und der Gute wurde sogar zur damaligen Zeit schon 98 Jahre alt.
Uns wurde irgend wann mal erzählt, das Smögen auch ein recht schöner Ort sein soll aber man dort nicht zu spät einlaufen sollte, da er sehr beliebt ist und oftmals überfüllt. Da es nur etwa 10 nm weiter ist segeln wir am folgenden Tag nach SMÖGEN.
Das ist so eine Sache. Wir kommen dort völlig unvorbereitet um kurz nach 12 Uhr an und es ist bereits ein Hauen und Stechen um die Liegeplätze.
Vielleicht zur Erklärung folgendes: der Ort befindet sich an einer flußartigen Schäre und diese Durchfahrt dient dann rechts und links zum festmachen. Man legt hier aber nicht nur an zum übernachten. Nein man fährt hier mit seinen Booten in allen Größen auch auf und ab um zu zeigen was man hat. Powerboote, riesige Motorboote und Segeljachten. Es ist ein sehen und gesehen werden und viele legen auch nur für wenige Stunden an um ein Eis oder Kaffee zu trinken. Jedenfalls bleibt man daher einfach im Lauerstellung und hofft der erste für einen freigewordenen Platz zu sein. Manche müssen im Päckchen liegen. So nennt man das wenn einer längsseits am Steg liegt und das nächste Boot daneben fest macht. Hier liegt man teilweise im Fünfergruppen und man muss dann von Boot zu Boot klettern, um auf sein eigenes zu kommen. Besonders angesagt ist dieser Ort auch für partywillige, denn das ist hier das eigentliche Ziel. Als wir gerade fest gemacht hatten wurde eine mächtige Aktivbox von ein paar Jugendlichen auf einem 8 m langen Boot in den Mast gehisst und der Hafen beschallt. Später fanden sich auf dem kleinen Boot 15 Leute ein. Der Kahn ist fast abgesoffen. Das ging dann bis 23 Uhr. Dann war aber nicht Ruhe sondern der Club wurde jetzt geöffnet und es dröhnte die Musik bis 3 Uhr morgens den Hafen hoch und runter. Als der dann geschlossen wurde dauerte es noch eine weitere Stunde bis alle von den Stegen eine Kojen gefunden hatten.
Smögen geht aber auch anders und das ist die Seite die uns gefällt.
Wir erlaufen uns ein wenig die Gegend. Der Sprungturm hat mich zwar angelacht aber das Wetter war nicht soo gut 😊 daher ist der Sprung ausgefallen.
Nach 2 Tagen wären wir gerne weiter aber das Wetter war uns zu windig und ein Ersatzteil das ich erwartete ist erst für übermorgen in Ellös terminiert daher bleiben wir einen 3. Tag. Als wir die Leinen gerade los machen wollen und unser Stromkabel bereits ab war passiert etwas. Es kommt Sven, ein alter Bekannter Segler aus der Hindeloopen Ära, an unser Boot. Wir haben uns vor 8 Jahren in Holland voneinander verabschiedet und vor 5 Jahren zufällig in Neustadt im Hafen wieder getroffen und jetzt eben hier. Er fragt ob wir nicht noch schnell auf ein Glas Wasser zu ihm an Bord kommen wollen und seiner Frau guten Tag sagen wollen. Na gut, nur kurz, auf ein Glas Wasser. Was soll ich sagen aus dem Wasser wurde Wein und wir blieben noch einen Tag. Abends sind wir noch gemeinsam mit Sven und Anke essen gewesen und wir hatten so viele Themen. Vielen Dank euch beiden für den schönen Abend und eine gute Fahrt. Segler treffen sich glaube ich immer irgendwo wieder.

…nach dem Wein gab es Sekt…
Am nächsten Tag geht es ohne Verabschiedung weiter sonst kommen wir aus den Fängen von Smögen nie los.
Wieder herrliches segeln nach Ellös. Hierzu wurde uns gesagt das es recht trostlos ist und nicht so reizvoll sein soll. Für uns ist es aber ein muss denn 1. ist das der Ort in dem unser wunderbares Boot DAVIDA gebaut wurde und 2. habe ich hier unseren defekten Hydrogenerator hinschicken lassen.
Welcher Blödman hat uns gesagt da wäre es nicht schön. Nach dem ganzen Remmidemmi ist das echt Balsam für uns und abends wird im Werfthafen in dem wir liegen noch an Bord gegrillt.
Die westlichen Schären sind hier deutlich kahler als die üppig bewachsenen Ostschären aber für mich nicht minder reizvoll. Carla sieht das anders und findet die Östlichen Schären schöner.
Nach nur einem schönen Tag verlassen wir Ellös bei herrlichem Segelwetter und Suchdienst Temperaturen sind super so das wir in T-Shirt und kurzer Hose segeln können und unser Böötchen fliegt nur so dahin.
Wohin – das verrate ich im nächsten Blog