Die Überfahrt von Heiligenhafen nach Laboe startet zunächst gemütlich gewinnt aber mit jeder Stunde an Fahrt. Am Ende haben wir sogar Großsegel und die Fock gerefft, da immer wieder stärkerer Wind aufkommt.

Manchmal sieht man das überkommende Wasser und geht in Deckung

Aber manchmal erwischt es einen dann doch 😁…

Kurz vor Laboe. Man kann schon das Mahnmal erkennen
Als wir gerade in Laboe ankommen und wir feststellen, das der Hafen voll ist und wir uns für das Längsseits gehen an einem anderen Boot entscheiden kommt ca 30 m vor dem Anlegen eine derartiger Sturm auf befreitet mit wolkenbruchartigem Regen, das ich das Anlegemanöver abbreche und wieder aus dem Hafen fahre, und draußen erst mal abwarten bis es sich wieder beruhigt hat. Selbst die kleine Fähre verzögert ihr Anlegemanöver. Nach ca 20 Minuten ist der Spuk vorbei und ich klatsch nass. Vorteil der Aktion ist allerdings, das ich mir noch mal Gedanken über eine Anlegestelle machen konnte, die wir auf unserer Liegeplatzsuche gesichtet hatten.
Zum Anlegeraperol schien dann auch schon wieder die Sonne.
Die Crew der Krassy und der Walross lagen auch in Laboe und so verabredeten wir uns zum gemeinsamen Abendessen in einer Tappasbar am Strand.
Lecker war das Essen und lustig der Abend.
Für den folgenden Tag war wieder viel Wind gemeldet und wir verbrachten den Tag mit Wandern und Laboe erkunden.
Für die Passage durch den NOK wollten wir früh raus und so starteten wir um 5:30 Uhr und das sollte sich auch lohnen. Das derzeitige Problem in der Schleuse Holtenau ist, das die beiden Schleusen für die Sportschifffahrt dieses Jahr umgebaut werden und wir mir der Berufsschifffahrt zusammen in deren Schleuse müssen. Die haben ebenfalls 2 Schleusen aber eine von denen wird gerade jetzt gewartet und so steht nur noch eine zur Verfügung.
Als wir Richtung Schleuse fahren sehe ich gerade, das ein Kreuzfahrtschiff Richtung Schleuse fährt und denke nur das wäre super wenn wir mit dem gleichzeitig durch fahren könnten. Also Hebel auf den Tisch und dran bleiben. Auf AIS sehe ich ebenfalls 3 wartende Boote. Das Kreuzfahrtschiff hat ca 20 Minuten Vorsprung aber die Einfahrt geht sehr langsam dann folgen die kleineren Boote und als wir endlich da sind können wir direkt ohne zu stoppen mit Vollgas in die Schleuse einfachen. Die Lichter gehen kurz vorher auf Rot aber man brüllt von oben, wir sollen zügig rein fahren. Noch nicht festgemacht schon schließt das riesige Schiebetor. Tor zu und wir drin. Es ist 6:30 Uhr. Über Funk höre ich 5 Minuten später, wie sich ein Holländer meldet, er möchte gerne Schleusen und wann sie einfahren können. Darauf der Schleusenwärter. Nächste Schleusung um 9:30 Uhr. Holländer sauer, da er gestern Abend vor der Schleuse fest gemacht hatte und fragte wann er denn morgen früh in die Schleuse könne. Man hätte ihm gesagt 6 Uhr 6:30 Uhr etwa. Das ist Deutschland. Da muss man dann auch da sein und nicht 5 Minuten später. Wir sind jedenfalls glücklich.
Die Kanalfahrt ist nicht so langweilig wie gedacht. Wir essen unterwegs und duschen ausgiebig. Wasser haben wir genug und durch den Motor haben wir auch genügend warmes Wasser. Im Kanal selbst brauchen wir auch nirgends anhalten was manchmal bei Begegnungen mit anderen Booten über Ampeln gesteuert wird.
Auch beim verlassen des Kanals direkt in die Schleuse und Tor zu. Da wir dann auch noch ablaufendes Wasser haben ist die Überfahrt nach Cuxhaven schnell erledigt, wobei dann doch sehr ruppige See war.

Mühsam kämpft sich das kleine Boot mit den beiden netten Holländern neben uns durch die Wellen
Um 18:00 Uhr sind wir im Hafen. Morgen gehts weiter mit dem ablaufenden Wasser nach Helgoland.
Die Nordsee mit ihren Gezeiten… ablegen in völliger Dunkelheit um 4:30 Uhr. Mit Scheinwerfer die Hafenausfahrt suchen. Regnen soll es auch. Als die Sonne raus kommt legt sich Carla noch mal hin und ich mach bei der dunklen Front lieber mal ein Reff in das Segel.
Bei ordentlichem Wind der sich auch noch um 180 Grad dreht erreichen wir Helgoland um 11:40 Uhr. Helgoland hat so seinen ganz speziellen „Charme“.
Ein Ausflugsdampfer spuckt Unmengen an Tagesgästen aus und in dem Pulk laufen wir durch den Ort. Wir essen eine Kleinigkeit und kaufen zollfreie Wahren ein. Als wir alles auf das Boot bringen ist es früher Abend. Wir wollten eigentlich noch nach oben auf die Insel aber da fängt es auch schon kräftig an zu regnen und wir sind auch müde. Also Inselrundgang fällt aus. Hatten wir eh schon mal gemacht also nicht so schlimm. Der günstigste Zeitpunkt für morgen nach Norderney ist eigentlich um 2:00 Uhr morgens Abfahrt aber die Letzten Nächte sind so stock dunkel das wir das auf 5:00 Uhr verschieben.

Tschüß Helgoland
Das sollte sich auch als glücklich herausstellen, da man bei Dunkelheit schlecht dunkle Wolken erkennen kann, von denen wir nun doch einige abbekommen haben. Wir kreuzen ganz tapfer bei stabilen, später 7 Bft. , gegen an nach Norderney.

Das bedeutet nicht gutes… und ist nachts nicht so gut frühzeitig zu erkennen

Noch scheint die Sonne…
Wir sind sehr froh mit unsere DAVIDA die uns immer das Gefühl der Sicherheit auch bei mehr Wind gibt. Kochen und duschen ist heute bei der Überfahrt aber ausgefallen.
Unser Ziel Norderney erreichen wir 2 Stunden nach Hochwasser und sind sehr erfreut einen Hafen mit vielen leeren Liegeplätzen vor zu finden, denn hier wollen wir ein paar Tage bleiben, da jetzt 2 Tiefdruckgebiete durchziehen, die wir nicht für unsere nächste Passage gebrauchen können.